Gemeinsame Projekte von Kindertageseinrichtung und Schule

ÜBERGANG ELEMENTARBEREICH – PRIMARSTUFE

VON DER KITA IN DIE SCHULE

Gemeinsames Konzept der städtischen Tageseinrichtung

Das Windrad und der Gemeinschaftsgrundschule Villigst

 

Das Kind steht zu Recht im Mittelpunkt, wenn es eingeschult wird. Ihm wird hier besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dieser Übergang von der Kita in die Schule stellt für das Kind einen bedeutenden Entwicklungsschritt dar. Aber nicht nur für das Kind sind damit enorme Veränderungen verbunden, sondern zugleich  für alle beteiligten Akteure. Der Prozess dieses Übergangs beginnt nicht erst mit dem Tag der Einschulung, sondern betrifft auch die letzte Kitazeit.

 

Entscheidend wird dieser Prozess von der gesamten Breite der Bildungs- und Erziehungsarbeit in der Kita mitbestimmt. Für alle Beteiligten stellt dieser Prozess eine große Herausforderung dar, insbesondere für die Kinder.

 

Lern- und Bildungserfolge von Kindern werden maßgeblich von der Qualität und Professionalität beeinflusst, mit der Bildungseinrichtungen den Übergang von der Kita in die Grundschule gestalten.

 

Folgende Aspekte beschreiben diese Qualität:

  • Kinder werden kompetenzorientiert wahrgenommen. Ihre Bildungsprozesse werden mit dem Ü1 Protokoll dokumentiert und beim Übergang in die Schule von Erzieherinnen, Lehrkräften und Eltern reflektiert.
  • Kita und Grundschule teilen ein gemeinsames Bildungsverständnis. Schulfähigkeit wird nicht am Kind festgemacht, sondern als Aufgabe aller Beteiligten verstanden.
  • Die pädagogischen Konzepte der Bildungseinrichtungen sind anschlussfähig. Die Entwicklungsaufgaben des angehenden Schulkindes und die Rahmenbedingungen der Institutionen werden gemeinsam betrachtet.
  • In der Zusammenarbeit mit den Eltern wird eine Möglichkeit gesehen, Bildungschancen für Kinder zu eröffnen.
  • Erkennbar ist die langfristige und partnerschaftliche Kooperation, die sich in Aktivitäten aller Beteiligten - Kinder, Eltern, Fachpersonal - mit klarer Zuordnung der Verantwortlichkeiten widerspiegelt.

 

Der Übergang von der Kita in die Schule ist nicht nur eine große Herausforderung, die von einem Kind und seiner Familie bewältigt werden muss. Auch die Politik und die Träger beider Bildungseinrichtungen sind gefordert, wenn Kita und Schule zusammenarbeiten sollen.

 

Seit 2010 arbeiten wir in Villigst nach einem gemeinsamen Konzept von Kita, Schule und OGS. Für eine erfolgreiche Kooperation haben wir uns verlässliche strukturelle und organisatorische Grundlagen in unserer Zusammenarbeit geschaffen. In dieser Kooperation sind Schule und OGS immer als eine Einheit zu betrachten.

Aufgrund der räumlichen Nähe befinden wir uns in einem ständigen Dialog und experimentieren mit den uns zur Verfügung stehenden vielschichtigen  Möglichkeiten. Wir haben damit begonnen, die für uns interessanten  und durchführbaren Möglichkeiten zu leben. Da unser Konzept nicht statisch ist, sind wir offen für aktuelle, spontane und individuelle Möglichkeiten, die sich im Laufe des Jahres ergeben. Wichtig sind uns dabei die jeweiligen Kinder und ihre individuellen Bedürfnisse und Interessen.

Eine solche Zusammenarbeit lohnt…

  • für Kinder: Sie gewinnen an Sicherheit und Vertrauen. Ängste und Unsicherheiten weichen der Neugierde und Vorfreude auf das Leben als Schulkind.
  • für Eltern: Sie werden im Prozess des Übergangs mit Informationen, Beratungsangeboten, Entwicklungsgesprächen und gemeinsamen Veranstaltungen von Kita und Schule begleitet. Dies verringert Ängste und Sorgen, baut Vertrauen in den Übergangsprozess auf, und die Eltern können aktiv eingebunden werden.
  • für Erzieherinnen: Sie profitieren von den Kenntnissen, die sie durch die Zusammenarbeit mit Lehrerinnen und Lehrern gewinnen. Kooperation regt  an und öffnet den Blick über den eigenen professionellen Tellerrand hinaus.
  • für Lehrkräfte: In professioneller Hinsicht sind sie nach den Kindern die eigentlichen Gewinner einer Kooperation: Sie gewinnen Einblicke in die Kita, lernen die Kinder, ihre Fähigkeiten und individuellen Stärken kennen, können an Rituale und Methoden der Kita anknüpfen, und der Dialog mit Eltern erleichtert das Unterrichten. Vor allem aber können Lehrerinnen und Lehrer schon vor dem ersten Schultag das Vertrauen der Kinder und Eltern erwerben.

 

  • Praktisches Vorgehen

Der Wille zur Kooperation und die klare Zuordnung von Kita und Grundschule sind aus unserer Erfahrung Grundvoraussetzung für alles Weitere, denn sie schaffen die erforderliche Verbindlichkeit. Für das Gelingen der Kooperation arbeiten wir permanent an unserer Bereitschaft, allen Kooperationspartnern in persönlicher und fachlicher Hinsicht mit Achtung und Respekt zu begegnen.

 
Weil wir das Vertrauen der Eltern gewinnen wollen, werden sie von Beginn an über alle Aktivitäten von Kita und Grundschule informiert. Die Themen der Kooperation erarbeiten, planen und reflektieren wir regelmäßig. Dabei vertieft die Auseinandersetzung mit methodischen Wegen, Fragen und Schwierigkeiten das wechselseitige Vertrauen.

 
Im Prozess der Kooperation gelingt es uns zunehmend, unterschiedliche Deutungen bestimmter pädagogischer Begriffe und konzeptionelle Unterschiede von Kita und Grundschule besser zu verstehen. Gemeinsam planen und realisieren wir, dass

  • die Kinder schon im Vorschuljahr Einblicke in den schulischen Unterricht gewinnen und Lehrer/- innen kennen lernen,
  • die Kita-Kinder Werkräume, die Sporthalle und andere Räume der Grundschule sowie das Außengelände mit Schulhof und Spielplatz bereits vor Schuleintritt erkunden können,
  • Kindern eine emotionale Beziehung zum Lesen eröffnet wird, zum Beispiel durch ehemalige Kita-Kinder, die als Drittklässler zum Vorlesen kommen,
  • Patenschaften entstehen, die sichern, dass jedes Vorschulkind zum Zeitpunkt der Einschulung einen Paten aus der vierten Klasse bekommt.

                                 

  • Kooperation für Kinder und mit Kindern

Wir kooperieren vor allem im Interesse der Kinder. Aus Sicht der Schule ist es ein gutes Zeichen, wenn die Kinder sich auf die Schule freuen, wenn sie keine Angst vor der Schule haben, wenn sie sich von Beginn an wohl fühlen, offen und vertrauensvoll sind, Freude am Lernen haben und sich von ihren Eltern während der Zeit in der Schule gut lösen können. Für den späteren Schulerfolg sind sprachliche Fähigkeiten und mathematische Grundkompetenz von ausschlaggebender Bedeutung.

Bei Bedarf werden Kinder deshalb nicht nur in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und ihren sozialen Kompetenzen gefördert, sondern erhalten auch Sprachförderung. Hiervon versprechen wir uns gleiche Chancen für alle Kinder.

Kontinuierliche sozial emotionale Förderung erleichtert dem Kind das Bestehen in der Klasse.

 

Weiterhin werden sie durch gelebte Partizipation in die Gestaltung unserer Kooperation einbezogen.

 

  • Kooperation mit Eltern beginnt in der Kita

Ein wichtiges Aufgabenfeld ist für uns die Information, Beratung und Begleitung der Eltern im Prozess der Entwicklung ihrer Kinder zu Schulkindern. Dies geschieht zum einen durch regelmäßige Elterngespräche, für die unsere Entwicklungsdokumentationen eine Grundlage bilden. Dabei werden auch individuell mögliche Förderungen besprochen.

Weiterhin werden die Eltern auf einem Elternabend für die vierjährigen Kinder darüber informiert, wie Kinder in der Familie gefördert werden können, wie die Tageseinrichtungen fördern und wie die Schule die Kinder aufnimmt.

Im letzten Kindergartenjahr findet das Bielefelder Screening (Test zur Erkennung einer möglichen Lese- Rechtschreib-schwäche) und wenn notwendig, das Würzburger Training statt.


Für jedes Kind führen wir eine Bildungsdokumentation in Form eines Portfolios. Die Lernprozesse in der Kita können Kinder und Eltern daraus nachvollziehen.

Über Vorhaben und Projekte informieren wir in Elternbriefen.

An folgenden Beispielen wird die enge Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Schule/OGS deutlich:

  • Die Kita nutzt die räumlichen Möglichkeiten der Schule (z. B. Sporthalle, Sportplatz).
  • Fachliteratur, Lehr- und Lernmaterialien werden ausgetauscht.
  • Erzieherinnen und Lehrerinnen hospitieren gegenseitig.
  • Mit dem Einverständnis der Eltern tauschen Schule und Kita Informationen aus.
  • Es gibt Patenschaften zwischen den Kindern der Kita und Schulkindern, wenn diese die Schule besuchen.
  • Es findet ein gemeinsamer Elternabend zu Beginn des letzten Kitajahres zwischen Kita, Schule und OGS statt.
  • Die Schule lädt die Kinder zur Teilnahme am Feriensingen ein.
  • Es finden gegenseitige Besuche in der Schule, OGS und in der Kita statt.
  • Gemeinsame Projekte werden durchgeführt.
  • Die Kinder nehmen an einer Schulstunde teil.
  • Es findet mit dem Einverständnis der Eltern, nach einem halben Jahr, ein runder Tisch zwischen Erzieherinnen und Klassenlehrerinnen statt.

Bei aller Gemeinsamkeit achten wir die Besonderheiten der Arbeitsweisen in Kita und Grundschule, die sich schon allein aus dem unterschiedlichen Alter und Entwicklungsstand der Kinder ergeben.

Unser Konzept ist ein sich immer weiter entwickelndes Konzept, welches von unseren Erfahrungen und den Ideen aller Beteiligten lebt.

                                                                                    

Zum ersten Mal wird der Kindergarten Windrad bei den Lernanfängern 2014/15 gemeinsam mit uns das sogenannte Übergangsprotokoll (Ü1-Protokoll) erproben. Das Übergangsprotokoll ist eine Bildungsoffensive des Regionalen Bildungsnetz-werkes Kreis Unna.

 

Das Regionale Bildungsnetzwerkes Kreis Unna schreibt in seiner Broschüre:

Ein gelungener Übergang von der Kindertageseinrichtung (Kita) in die Schule beeinflusst alle weiteren Übergänge und ist damit für die gesamte Bildungsbiografie eines Kindes von großer Bedeutung. Oft jedoch bleibt wertvolle Zeit ungenutzt, weil wichtige Informationen über das Kind nicht zur aufnehmenden Klassenlehrerin* gelangen. Im Regionalen Bildungsnetzwerk Kreis Unna ist für den Übergang Kita – Schule daher das sogenannte Ü1-Protokoll entwickelt worden.

3 übersichtliche Seiten geben Informationen über den jeweiligen Entwicklungsstand eines Kindes in den 10 verschiedenen Bildungsbereichen sowie über ggf. bereits begonnene Fördermaßnahmen oder besondere Interessen und Vorlieben des Kindes.

Nun soll das Ü1-Protokoll flächendeckend in der gesamten Bildungsregion Kreis Unna etabliert werden. Durch den Einsatz dieser einheitlichen Dokumentations- und Protokollform soll auch über Kita-, Schul- und Stadtgrenzen hinaus jedem Kind ein gleitender Übergang ermöglicht und Kooperationen zwischen Kitas und Schulen intensiviert werden

vgl.:

Herausgeber

Regionales Bildungsbüro im Kreis Unna

Friedrich-Ebert-Str. 58

59425 Unna

Übersicht: Stand Mai 2013

ZEIT

KITA und GSV

Um die Herbstferien

  • „Schulspiel“ und Anmeldung in der Schule mit anschließender Erzieherinnen-Konferenz ® Festhalten der Förderbereiche aus Sicht der KITA/Schule 

Januar/Februar

KITA

  • Entwicklungsgespräche mit den Eltern

 

Zu Beginn des Jahres

(Februar/März)

 

 

 

GSV

Schriftliche Rückmeldung der Schule…

  • zum Schulspiel - evtl. mit Hinweisen auf unterstützende Maßnahmen
  • mit Anmeldebestätigung

KITA und GSV

Bei Bedarf: Elterngespräche gemeinsam

Kurz vor den

Sommerferien

KITA

  • Ausfüllen der Ü1-Protokolle und Übergabe an die GSV

6-8 Wochen nach Unterrichtsbeginn

GSV

  • Austausch über Schulalltag, Wünsche, Veränderungen…
  • Rückblick auf das Ü1-Protokoll: Festhalten von evtl. Vereinbarungen

Januar des 1. Schuljahres

KITA und GSV

  • mit dem Einverständnis der Eltern: Runder Tisch zwischen Erzieherinnen und Klassenlehrerinnen

 

 

Termine

14.12.18
Gottesdienst um 8.15 Uhr in der ev. Kirche

16.12.18
Mucical: "Kleine Mundharmonika"

17.12.18
Adventssingen

20.12.18
Feriensingen um 10.45 Uhr

21.12.18
Weihnachtsferien